Die Zeichnerin


Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 1. Aug 2012, 22:46

Die Zeichnerin

Zeichnen ist Out!

Sie legte den Tusche-Stift beiseite und sagte: „Diese Welt überlaß ich anderen!“

Auf diese Worte waren alle nicht gefaßt: 4 Jahre war sie nun bei ihnen gewesen, hatte Studenten und Praktikanten eingearbeitet, zig Überdachungs-Anlagen an S-Bahnhaltestellen gezeichnet auf ihrem Zeichenbrett, teilweise dank ihrer fundierten CAD-Fachkraft-Ausbildung und ihres abgebrochenen Architektur-Studiums auch am PC dafür gesessen, mit einem sehr unkomfortablen Programm mühselig alles stimmig zusammengebracht: Fahrrad-Ständer von Orion-Beta, Doppel-Parker, Ofos –Doppelhaltelinien an Licht-Signalanlagen angeglichen (für das Aufstellen der Radfahrer vor die Autofahrer) nach dem Schweizer und holländischen Vorbild nachempfunden, zahlreiche Kreisverkehre, städteweise in ihrer Region, aber auch überregional, Fußgängerüberwege, Tempo 30-Schilder geortet, Wochenend-Überstunden geschoben, NEIN!-
Nun wollte sie nicht mehr: Es ging darum, komplett auf CAD (=PC-)Arbeit umzurüsten.

Sie hörte noch das Summen ihrer Drucker beim Verlassen des Büros, drehte sich um, schaute ein letztes Mal hinauf zu ihrem mitten in der Stadt gelegenen einstigen Büro, übersah den Blick ihres einstigen Chefs und fuhr schnurstracks nach Hause. Sollten die anderen sich doch den Rücken hinterm PC krumm sitzen, ans Telefon, zu Konferenzen, zur Verkehrszählung, zu Abgabe-Terminen der einzelnen Städte zu den Bauämtern rausfahren! Aber eins ließ sie sich nicht nehmen: Ihr Zeichenbrett!
Wenn sie auch jetzt nicht mehr das ihrer ehemaligen Arbeitsstelle besaß, so doch wenigstens ihr eigenes daheim, was sie sich noch 9 Jahre zuvor für ihre Umschulung angeschafft hatte.
Sie brauchte den Tusche-Stift, das exakte Nachziehen der Linien, welches etwas Meditatives hatte und sie ständig zwischen ihren Streß-Terminen beruhigt und woanders Hin-Denken lassen hatte: Ihre Freundin zu Hause, ihre Wochenend-Schwoofs und Ausflüge ins Blaue, die Ruhe eben, die man benötigt, um zu spüren, daß das, was man tut, Sinn und Spaß macht, denn alles, was sie mit Liebe tun konnte, war ihr bisher gelungen.
Aber diese Forderung seitens ihres Planerbüros war nun eindeutig zuviel:
Sie wollte nicht in diese rein virtuelle Welt, wollte nicht als mechanischer Strich und Rechen-Kasten hinter dem PC schweigend untergehen, hatte sie doch auch einen Wortschatz!
Selbst zu Hause mit ihrer wesentlich jüngeren Freundin hatte sie oftmals schweigende Mumie gespielt und geduldig einfach nur zugehört, schon fast das Sprechen verlernt und was sie sagen wollte, dann ebenso schweigend, dafür aber mit Gefühl ihrer Affäre mitteilen können. Nur auch dieses Doppelleben konnte so nicht weiter gehen!
Irgendwo mußte sie ganz dringend die Bremse ziehen...Jawohl! Es war ihr Job, der sie nervte: Jetzt sollte also alles auf PC-Arbeit umgerüstet werden! Die Sinnlichkeit, die sie beim Korregieren der Linien durch das Wegkratzen mit der Rasier-Klinge überkam, und während der sie sich nicht so stark hatte konzentrieren müssen, da es nicht so gravierende Folgen waren, die sie immer noch direkt mit der Hand anfassen und ausbessern konnte, die sie nicht nervös machte, und dennoch zeitgleich einen small-talk mit ihren Studenten oder Vorgesetzten führen ließ: NEIN! Die sollte niemals verloren gehen!!!

Sie bemerkte nicht den wütenden Blick eines Mannes, den sie seitlich angerempelt hatte, weil sie so haßerfüllt über diese Entscheidung nicht hinwegkam und soeben gekündigt hatte. Erst mal weg hier....

Als sie zu Hause ankam, lag ein Zettel ihrer Freundin auf dem Tisch: „Kommst Du heute abend?“
Sie führte am späten Abend noch ein langes Telefonat mit ihr und merkte plötzlich, wie sehr ihr ihre Ex-Freundin fehlte. Was sie jetzt wohl machte.
Neulich, als sie bei ihr vorbeigefahren war, konnte sie an deren Briefkasten, der überquoll, erkennen, daß sie wohl schon länger nicht in K. gewesen war.
Hatte sie ihr doch einen Korb geben müssen, um ihre feste Beziehung zu retten. Aber das war´s auch nicht. Erschöpft schlief sie ein. Mitten in der Nacht wurde sie wach und ihr war klar, daß sie diesen Korb rückgängig machen wollte und daß dies der Grund war, warum sie im Büro einfach keine Lust mehr hatte, zu arbeiten: Sie spürte, daß ihre Ex die Stadt verlassen hatte. Aber wo konnte sie sein?
Sie schaute auf die Uhr: 2.30 . Warum war sie ausgerechnet jetzt wach geworden? Das Telefon schreckte sie aus ihren Gedanken. Sie hatte gerade ihre Sachen gepackt, um 350km weiter weg mit dem Auto anzukommen, wo sie ihre Ex vermutete. Warum ging jetzt das Telefon...?
„Hallo, hier ist Maria!“ – Nein, das konnte nicht sein! Es war Gedankenübertragung, seit Wochen hatte sie sich nicht gemeldet und dann auf einmal nun, wo sie entschlossen war, eine so weite Strecke zurückzulegen, um sie zu finden! – „Hallo, ähem, ich habe nicht damit gerechnet, daß Du Dich noch mal melden würdest...Wo bist Du?“ – „
In S.“ – Tatsächlich, sie hatte richtig getippt! – „Was machst Du, Maria, ich habe Dich sehr vermißt und mein Entschluß, diese Stadt zu verlassen, steht fest...Ich bin in 3h da (Es war Nacht, kalt und nebelig, würde sie es wirklich in dieser Zeit schaffen?)!“ – „Ja, ich möchte Dich auch gerne sehen, Jana, bitte komm!“
Dann ging alles sehr schnell und eh sie sich versah, war sie auf der Straße gelandet, die sie zu ihrer Leidenschaft trieb. Zahlreiche LKW´s, Kreisverkehre, Baustellen, dichter Nebel auf 20m Sichtweite in der Gebirgskette, die es galt, hinter sich zu lassen, totales Schlafdefizit, all das war nichts im Vergleich zu den Gefühlen der nie gekannten Sehnsucht, die sie so plötzlich überfallen hatte. Auch, daß sie ihr feste Beziehung nun verließ, es kam einfach kein vernünftiger Gedanke gegen dies Gefühle des brennenden Verlangens, die große Liebe ihres Lebens zu treffen an. Sie war sich dessen bewußt, konnte sich nicht erklären, welche Kraft sie ritt, die sie ihre Tränen während der Autofahrt vergessen ließ. Einzig die laut gedrehte Musik in ihrem Wagen ließ sie wach und aufmerksam bleiben, es war nicht ungefährlich, die Straßen waren mittlerweile glatt, es ging in den Süden und wurde ihr immer gespenstiger, hinderte sie aber nicht daran, sich vorzustellen, wie schön es sein würde, würde sie ihrer heiß und innig Geliebten in die Augen sehen, sie würden nichts sagen, sich nur lange für einen kurzen Moment gegenüberstehen und dann...

Sie wußte eigentlich gar nicht genau, was dann, sie war nur von einem wärmenden Gefühl erfüllt, wenn sie weiter träumte, es wäre eigentlich egal, was dann, Hauptsache, in ihrer Nähe, sie sehen, mit ihr reden, ihr zuhören, auch, wenn sie nichts sagte, auch, wenn sie vielleicht nur irgendwo in einem Cafe säßen, sie wußte, sie würde alles genießen, was im Zusammenhang mit diesem Treffen stand.
Auch, daß sie nun endlich was tun konnte, nicht mehr so die Tage verstrichen ohne eine Nachricht, ein Zeichen ihrer Geliebten. 10 Jahre kannten sie sich bereits, anfangs hatten sie sich immer nur per Blickkontakt auf irgendwelchen Schwoofs gesehen, wobei Jana sich stets im Hintergrund gehalten hatte. Dann, 6 Jahre später, sollte es endlich passieren, daß sie sich begegneten: Jana in ihrer Hochbau-Laune hatte den Kulturhausfrauen, die schon ewige Jahre nach neuen Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen suchten, ein Konzept für eine Pfahlbaugründung am Rheinufer und als Alternative ein Hausboot-Entwurf vorgestellt, als Maria neugierig interessiert den Raum betrat. Natürlich war für Jana der Vortrag ganz schnell beendet, bzw. sie beendete ihn ganz schnell, setzte sich wieder ans Kopfende und überhörte irgendwie die Bemerkung einer Kulturhausfrau über eine detailiert-geschätzte Kostenfrage und wechselte plötzlich das Thema mit der Frage: „Aber jetzt hab ich hier alles vorgestellt, nur Du hast Dich nicht vorgestellt?“, schaute dabei direkt zu Maria über den Tisch hinweg. Diese wollte wissen, wer Jana denn sei und bekam als Antwort: „Wir kennen uns, ich hab Dir vor 5 Jahren mal die Landkarte von Frankreich erklärt..., ich glaub das war im Orlando, irgendwann zu später Stunde...!?“ – „Ah, ja, ich erinnere mich...“

Tief versunken in den Anfang ihrer Geschichte merkte Jana gar nicht, wie sie einen nach dem anderen LKW einer Kolonne irgendwo im Hunsrück überholt hatte und jetzt plötzlich vorneweg war, also kein Licht mehr vor ihr. Nun wurde es mörderisch anstrengend. Sie sah in den Rückspiegel und bemerkte, daß sich die gesamte LKW-Kolonne an ihrer Nebelleuchte orientierte *Hoffentlich komm ich heil hieraus * dachte sie *wenn ich jetzt nicht nach Gefühl fahre, wo ungefähr die Leitplanke ist, fahren die anderen auch alle falsch, in diesem Fall nutzt noch nicht mal die beste Fahrbahnmarkierung was, aber mit dieser Planerei hab ich ja - Göttin sei dank! - nichts mehr zu tun *. Sie hatte Glück und sollte noch bis an die deutsch-französische Grenze bis S. gelangen.
Ziemlich k.O. mummelte sie sich in eine Schlafdecke irgendwo am Straßenrand, aber das wurde einfach zu kalt. So fuhr sie durch die Gegend, kaufte sich an einer –o Wunder!- geöffneten Tankstelle eine Straßenkarte, fuhr weiter, bis sie sogar irgendwo in einer abgelegenen Gegend, ganz in der Stadtmitte (sie wußte es nun selbst nicht mehr), ein Hotel fand und erst mal ziemlich erschöpft aufs Bett fiel. Aber schlafen konnte sie nicht. Nervös spielte sie mit der Fernbedienung, schnippte von einem bis zum nächsten Kanal des den Raum total einnehmenden Fernsehers, knallte sie auf selbigen, duschte und sah sich auf der Karte den Treffpunkt an, den Maria ihr beschrieben hatte.

(Fortsetzung)

Treffen

Es war ein kaltgrauer Nachmittag und aus dem Kulturcafe der Fußgängerzone kam eine wohlige Cappuchinoduft-Wärme.
Unsicher, wo sie sich hinsetzen sollte, schnappte sie sich eine interessant aussehende Zeitschrift und setzte sich in eine hintere unscheinbare Ecke. Wollte sie doch nicht auffallen mit ihrem höchst angespanntem Gesichts-Ausdruck und ihren nervös gewordenen Händen, deren Bewegungsablauf sie nicht wie gewünscht unter Kontrolle hatte!
So saß sie dann da, erst verging ½ h, dann 1h. Sie entschloß sich zu gehen. Dumm gelaufen. Aber sie hatte sich doch nicht getäuscht! Maria hatte ausdrücklich „Kultur-Cafe“ gesagt und dies war das einzige weit und breit gewesen...Ein wenig orientierungslos überlegte sie, wo die nächste Möglichkeit war, sich zu begegnen. Also, es müßte wohl die Frauen-Szene sein und viel würde hier im Vergleich zu K. nicht angeboten werden, also ging sie nochmals in das Cafe, um sich eine Zeitschrift mit Termin-Angeboten diesbezüglich anzusehen.
Ahhh, jaaa! Da war was: „Frauen-Stammtisch 20.00“. Na, das konnte ja heiter werden, wie sollte sie bis dahin die Zeit totschlagen?
Erst mal ging sie in ihr Hotel zurück und legte sich hin.
20.00! Sie war gerade wach geworden und stellte fest, daß sie nun in Windeseile zu diesem Stammtisch gehen mußte. Knurrenden Magens lief sie durch die Gäßchen mit Kopfsteinpflaster aus dem Mittelalter und den Häuschen, die einen anmutig französischen Stil aufwiesen. Auch die Menschen waren hier anders gekleidet: Nicht zu chic, nicht zu schlampig, eher lässig und schauten mit oft ernsthaft ins Gespräch vertiefter Gesicht-Mimik auf den Boden oder gingen einfach in Gruppen herumalbernd ihrer Wege. Aber alles irgendwie langsamer, bedächtiger, manchmal auch eher gemütlicher. Sie könnte sich vorstellen, hier zu leben, es erinnerte sie an ihre Heimat. Plötzlich überfiel sie ein Gemisch aus Sehnsuchtsgefühlen und Trauer. Warum war sie bloß jemals in so eine große, anonyme und dazu auch noch hektische Stadt gezogen? Recht hatte Maria, daß sie K. verlassen und hierher gezogen war, aber sie würde ihr nicht hinter herziehen, das stand auch fest.

Inzwischen war sie an dem Lokal angekommen, hatte sich zu den Frauen gesetzt, die alle sehr interessiert guckten und kam mit ihnen ins Gespräch, bestellte sich Kartoffel-Gratin mit Rindfilet und einem kräftigendem Salat, hinzu einen herben Chardonnay. Den Anfang zu machen, hatte sie nie Probleme gehabt, aber dann, wenn sie spürte, daß jemand darunter war, die arrogant zu sein schien oder sich über ihre Offenheit lustig machte, zog sie sich zurück und es konnte sogar sein, daß sie unter irgendeinem Vorwand (muß noch was tun) die Gruppen verließ. Sie war nämlich tatsächlich kein Gruppen-Typ. Hier saß sie jetzt nur, um auf ihre Maria zu warten, daher hielt sie die langweilige Konversation durch.
Und tatsächlich: Ohne sich umzudrehen hörte sie die Stimme ihrer Geliebten. „Hallo!“ – Direkt neben ihr saß eine Frau, die von Maria typisch französisch und in ihrer lebensfreudigen Art auf die Wangen geküßt wurde.

(Fortsetzung)

Die 2 Blicke, die sich kurz danach trafen, nahmen den ganzen Raum ein. Stille. Es vergingen Jahrhunderte, die zwischen dem letzten und dem jetzigen Treffen gewesen zu sein schienen. Diese kurze Ewigkeit, dieses AchHalloDasgibt´sDochnichtIchhabdasgleicheGeträumtBistDu´sTatsächlich-Augenzwinkern wurde durch Maria´s Worte, die nun sichtlich bewegt war, durchbrochen: „Jana, woher wußtest Du...?“- Kein Erwidern, erstaunt begeistertes Räuspern über den Moment – Maria spürte Jana´s hilflos unausgesprochenen Worte und weiter: „Das ist ja schön!“ – Distanzierter Kuß auf beide Wangen, wohlvertrauter Dune-Geruch in ihrem Haar und Jana war immer noch ein wenig reglos. Aber dann gab ihr jemand die Worte, kurz und schmerzlos, wie es Maria gewohnt war und auch erleichtern würde: „Hi, ich dachte, ich schau mal vorbei!“ – „Ja, damit hab ich jetzt gar nicht mehr gerechnet“
Dieser Abend sollte sehr früh werden. Sie hatten sich sehr viel zu erzählen, erst alles sehr zögerlich-ängstlich-knisternd, weiter voneinander weg, dennoch sehr nah, gingen sie nach dem Stammtisch in eine spätere Theateraufführung, wo Maria sie mit ihrem Freundes und Freundinnenkreis des S. Theaters bekannt machte. Eine kuschelige Atmosphäre, wie sie es immer unter Schauspielern und Musikern und freien Journalisten gewohnt war. Oftmals wurde angestoßen und Jana fühlte sich alsbald warm werden mit allen, die ihr Maria vorgestellt hatte.
Später gingen sie noch ins Madame Barbardour, wo es sich nicht vermeiden ließ, Mut für den ersten Kuß nach 1/2 Jahr anzutrinken. Nach ca. 3 Cremants geschah das dann auch (endlich!!!). Jana hatte abgewartet, um sicher zu sein, bis Maria´s Mund sich dem ihrigen näherte, sie wollte zaghaft erwidern, wurde dann auf einmal heftigst von Maria an sich gerissen, dass sie einen kleinen Schrei der Verwunderung ausstieß. Der Barhocker war umgekippt, Maria´s Schwule Bekannte räusperten sich, Jana versuchte kurzzeitig etwas diskreter zu wirken, aber es half nichts mehr, die Leidenschaft hatte sie nun beide ergriffen und sie vergaßen die Umgebung, vergaßen, daß sie sich ½ Jahr nicht gesehen, daß Jana Maria einen Korb gegeben und daß sie sich höchstens 2 Tage lieben konnten...Ihre Zungen verschmelzten ineinander, mal mit, mal ohne Druck, währenddessen ihre Hände sich nach endlosen Berührungen fest und inniglich ineinander verkeilten...So standen sie eng umschlungen, leicht seufzend, die Welt um sich total vergessend, vor der Theke, manchmal einander anblickend, dann wieder die Augen schließend, ihre Körper rieben und verkeilten sich ineinander, bis die Erschöpfung der Atemlosigkeit sie nach mehreren Pausen dann doch wieder bewußt werden ließ, wo sie waren.
Der Blick Maria´s genügte und Jana sagte: „Zahlen, bitte!“

„Ich möchte mit zu Deinem Hotelzimmer“, sagte Maria, „Ich fühle mich nicht wohl bei mir...“ – „Gern“ – Jana war schon etwas verwirrt darüber, aber glücklicherweise, als habe sie auch das vorhergesehen, hatte sie ein Doppelzimmer mit einem großen komfortablen Bett. Nur der Fernseher würde etwas unerotisch sein. Während sie überlegte, mit welcher Decke sie den verdammten Fernseher abdecken könne, ging Maria vor ihr her, drehte sich um, stand ganz dicht vor ihr. Halb flüsternd streifte sie ihr Ohr: „Ich möchte mit Dir schlafen, Jana!“ – Eigentlich hatte sie ja nichts anderes gewollt, aber ein kleiner Seitenstich überkam sie schon. Maria würde hier wohnen bleiben, Texte für ihren Sender abliefern, es wäre also weiterhin eine Affäre. Sie konnte sich nicht so recht von diesem Gedanken lösen, andererseits hatten sie bisher seit 3 Jahren immer für den Augenblick einige One – Night – Stands gehabt. Wieder und wieder fanden sie zueinander, 2 Mal hatte sich Jana schon deswegen von ihrer festen Beziehung getrennt. Wann gab es endlich einmal eine klare Entscheidung, warum wurde sie immer von ihrer Begierde eingeholt, auch, wenn sie vorher noch so fest sich vorgenommen hatte, es nicht wieder zuzulassen...

(Fortsetzung)

Trennung

Die Begrüßung war bereits Abschied geworden. Sie hatten wenig geschlafen; gegen Mittag gingen sie ins Schloß-Cafe zum Brunchen, wo sie beide eine bedrückende Stimmung überkam. Jana´s Croissant blieb ihr im Hals stecken, sie wollte nicht am nächsten Tag schon wieder in K. sein müssen.
„Sehen wir uns heute abend?“ „Wenn Du willst..“ „Ja, natürlich, ich muß mich nur ein bißchen ausruhen.“ Sie vereinbarten, daß Jana sie mit dem Wagen abholen sollte, um dann irgendwo aufs Land zu fahren. Maria rührte nervös in ihrem Cappuchino herum. Dieses Treffen sollte nun nicht mehr stattfinden...Jana reiste wieder ab.

4 Jahre später: Jana hatte mit ihrer damaligen festen Beziehung abgeschlossen, jedoch eine wunderbare Seelenverwandschaft mit ihr aufrechterhalten. Auch die folgende 3-jährige Beziehung, sehr leidenschaftlich und gesprächsergiebig, sollte es nicht gewesen sein. Sie stand in ihrem Wohnzimmer und öffnete gerade einen Brief, es war ein herrlicher Mai-Morgen, der ihre Zeichnerinnen-Karriere endgültig beenden ließ.
Eine Arbeitsamts-Maßnahme hatte ihr dazu verholfen.
Jana hatte mit ihrem Job abgeschlossen, hatte es satt, Strich – Lücke für Radfahrer zu planen, Höhenkoten zu berechnen, mit dem Niveliergerät rauszufahren, nachzukontrollieren, für S-Bahnhöfe Begrünungs, -Bestands-, Lage-, Elektro-, Detail und sonst noch was für Pläne an ihrem Brett, geschweige denn am PC, zu zeichnen. War ihn dennoch mitgegangen, den Weg in die PC-CAD-Welt, hatte Dokumentationen erstellt, Vorlagemappen noch und nöcher für Bauämter angefertigt, privat diese Trennung von ihrer Medienplanerin, sowie die mühselig, langwierige Trennung von einer Psyscho-Analytikerin hinter sich und nun überlegte sie..., welches Ziel anstehen sollte. Vielleicht sollte sie sich doch mehr für ihr Privatleben entscheiden und den ihr weitaus sehnsüchtigeren Neigungen der kreativen Kunst in jeder Beziehung nachgehen.

Fast 1 Jahr war sie, bis auf einige abzählbare Affären, jetzt solo. Sie hatte in dieser Zeit ihre halbe Vergangenheit aufgearbeitet, sehr viel gemalt, eine Ausstellung erfolgreich in H. beendet, das Schreiben begonnen und überlegt, zum Film zu wechseln, da ihr gerade eine Perspektive in der Richtung eröffnet wurde.
Es gab niemand in ihrem Leben, die sie wirklich interessierte, sie wollte es erst gar nicht mehr zulassen. Auch war sie ausgefüllt genug mit ihrem Leben, es war einfach mit jener Abenteuerlichkeit gestaltet, die nur möglich ist, wenn man sich soviel Zeit nimmt, daß für eine Beziehung darin kein Platz möglich ist.
Sie hatte einen angenehmen Freundeskreis, ein erholsames zu Hause, eine neue Mitbewohnerin war eingezogen und das alles hielt sie auf Trab. Hatte sie doch nunmehr schon seit 11 Jahren nicht mehr zu zweit gewohnt oder als WG. Der Brief, den sie jetzt in der Hand hielt, war jedoch so außergewöhnlich, daß er sie aus ihrem Alltagstrott riss...

Es sollte eine lange Reise werden, zu der man sie eingeladen hatte:...

(Fortsetzung)

„Gehen Sie 20 Jahre nach vorne, reflektieren Sie zurück und fragen Sie sich, ob SIE sich wirklich geändert bzw. entwickelt haben! Ob Sie alles erreicht haben, was SIE sich vorgenommen hatten.

Ist es ihr Wohnort, der sich geändert hat, sind es im Wesentlichen Freundinnen, von denen Sie sich verabschiedet hatten, ist etwas gleich geblieben, hat sich Ihre Lebenseinstellung radikal geändert oder sind Sie ein Gewohnheitstier geblieben? Haben Sie die Welt oder die Welt Sie verändert, waren das wirklich Ihre Ziele? Was gab´s dazwischen, haben Sie die kleinen Schritte im Leben beachtet? Haben Sie nicht dauernd Warum? gefragt, haben Sie auch mal Was? gefragt?
Wie sind Sie mit Konfliktsituationen klar gekommen, hat es Ihnen wirklich geholfen, damit umzugehen?
Warum haben Sie sich nie wohl gefühlt?“

Was sollte sie mit diesen Worten anfangen?
Zu jeder Frage hätte Sie eine Antwort gewußt, aber es war nicht das Entscheidende für sie:
Sie sah sich 20 Jahre älter und der Wahrheit kein Stück näher gekommen, sah, daß sie noch etliche Höhen und Tiefen im Leben durchschreiten würde, fragte nicht mehr nach deren Sinn und was es ausmachen würde, sie fragte sich plötzlich nach Ewigkeit, Endlosigkeit, Unbegrenztheit, Freiheit, war dies überhaupt jemals möglich gewesen?
Was machte es schon, ob sie sich wohl oder unwohl gefühlt hatte, was war die Sonne im Vergleich zu ihren Schattenseiten, das Meer im Vergleich zur Wüste, das Wort im Vergleich zum Schweigen? Dabei-Sein im Vergleich zu Rückzug?


(Fortsetzung)

Mit diesen Gedanken stieg sie auf ihr Fahrrad und fuhr los, 50 km von Südosten nach Nordwesten Deutschland`s.

Eine schützende Gleichgültigkeit überkam sie bei ihren Gedanken, daß sie sich auch nicht mehr des Sinnes des Ganzen bewußt war. Warum war das Leben immer so anstrengend gewesen im Vergleich zu den wenigen Glücksmomenten, die ihr wiederfahren waren?

Wie wäre es gewesen, könnte man die jeweiligen Glücksmomente zeitlich einfach stehenlassen und die anderen zeitlich verkürzen?
In ihrer Zeit war es normal, daß z. B. Niederlande einen ordentlichen Rechtsruck erfahren hatte, die Giftspritze für „psyschich Kranke“ als Ironie-Bild ihrer Gesellschaft ihr quallvolles Leben beenden sollte, so daß nur noch die „Gesunden“ übrigblieben, die dann allerdings keine Projektionsobjekte mehr haben würden, daß Bush in der Weltgeschichte rumtrampelte als jemand, der die Wahrheit für sich gepachtet zu haben schien, dennoch wie Hussein, die Neonazis und Bin Laden oder ABC-Terroristen toleriert wurde als „Normal“ – schließlich konnte es nicht angehen, mit den heutigen IchfangDichgleichWaffen nichts auszurichten! Selbst in Frankreich als Deutschland´s stillem wirtschaftlichen Verbündeten verspürte sie diesen Rechtsruck aus dem Hintergrund in Bezug auf Indien als jene Kräfte der Weltpolitik, die bis ins Private Aufregung verursachen können und den Kopf in den Sand stecken lassen gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt bis hin zur Ohnmacht. Dann jedoch konnte teilweise keine( r ) mehr ihrem Denken folgen ...War sie doch momentan die schwer Liebes-Leidende und darauf wurde in ihrem Freundinnenkreis stillschweigenderweise mit einem „am besten nicht ernstnehmen“ - Lächeln reagiert, weswegen sie sich von niemand mehr verstanden fühlte und endgültig in die Spirale der Einsamkeit zurückzog.
Sollte doch geklont werden, sollte doch Kommunikation nur noch auf dem künstlichen Weg der PC-Welt möglich sein, sollten die anderen doch denken, sie könnten nur noch mit Handy in der Tasche glücklich und unterwegs sein.
Sie machte die Technisierung in ihrem Fortschreiten und daß alle dies zu benötigen schienen, nur krank oder unnatürlich abhängig.
Sie brauchte dringend Urlaub von der westlichen Kultur 2002, sie kam da nicht mehr mit und wollte es auch gar nicht mehr, fand es einfach nur freiheitsraubend.

Mittlerweile hatte sie mit ihrem Rad den Niederrhein erreicht, es war schneller gegangen, als sie dachte, sie hatte ja auch ihr Handy zu Hause gelassen...
Gemütlich ließ sie sich am Uferrand nieder, packte ihren Sprudel aus, faltete eine Picknick-Decke auseinander und ließ sich diese verrückte Welt durch ihren wohlverdienten Schlaf ein Weilchen ohne sie drehen...,
Geburtstage ließen sich schließlich nachfeiern und ihr waren 4 in einer Woche eh zuviel, man würde sie auch nicht weiter vermissen nach drei Sätzen über ihr Nicht-Erscheinen würde sie wieder Narrenfreihiet haben.

So döste sie mit Bildern vom Sternenhimmel Korfu´s ein.

(Fortsetzung)
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 1. Aug 2012, 22:46

Das Leben war gruselig langweilig zu mancher Zeit, wie auch derzeit. Für sie war es immer eine Warte und Vorbereitungszeit, aber diesmal wußte sie beim besten Willen nicht mehr, worauf. Arbeiten wollte sie vorerst nicht, sie wollte lieber etwas Sinnvolles machen als derartige Beschäftigungstherapien der letzten Jahre, wo sie sich zudem auch noch ständig Ärger eingehandelt hatte mit niveaulosen Handwerkern, launigen Chefs oder einfach miesen Plänen, die sie widerwillig ausgeführt hatte; eines Tages würden auch die anderen in ihrer Baubranche wachwerden und streiken, aber das wollte sie nicht abwarten, dazu war sie nicht konformistisch genug. Vor allem jedoch fühlte sie sich sehr einsam in der letzten Zeit...
Sie stieg wieder aufs Rad und fuhr zurück. Es war bereits Abend geworden und sie hatte sich einen kleinen Sonnenbrand geholt. Auf ihrem AB das Übliche, ein paar Freundinnen, auf die sie irgendwie heute keine Lust hatte.

Sie begann nun zu verstehen, was dieser Brief gemeint hatte. Daß sie ihr Leben nicht mehr weiter so ziellos leben konnte, daß sie sich fragen sollte, was im Leben ihr am wichtigsten war. Und sie wußte, es war die Liebe. Ja, sie würde für die Liebe leben, etwas, was sich imgrunde wie ein roter Faden immer wieder durchgesetzt hatten, alles überlebt hatte und momentan auch ihr Herz rief.

An einem lauen Sommerabend, sie war gerade auf dem Geburtstagessen ihrer letzten Freundin eingeladen, ging ihr handy. Eine Ex-Freundin, mit der sie immer sehr viel Leidenschaft gelebt hatte und die sie am Tag zuvor angerufen hatte, weil sie eine Vertraute brauchte und ein bißchen Zärtlichkeit suchte, sie hatten einige one-night-stands im letzten Jahr gehabt, die sie nicht so recht einordnen konnte, weil es immer unverbindlich auseinander gegangen war und Uta sich nicht festlegen wollte, sie aber diese Sicherheit brauchte, bevor sie weiter gehen würde. Sie hatte daraus gelernt, wie es zwischen ihr und Maria geendet war, es aktzeptiert, verarbeitet und hinter sich gelassen. Nun wollte sie sicher sein, um sich für ein Weiter zu entscheiden. Sie wußte, Uta hatte bestimmte Vorstellungen von einer Beziehung, denen sie nicht in allem entsprach. Insbesondere wollte Uta eine materielle Sicherheit, die Jana nie so wirklich wichtig war.
„Hallo, Jana, ich bin gerade hier im Biergarten mit meinen Leuten, kann kein Ende absehen..bist Du mir böse? Ich werde mich auf jeden Fall morgen bei Dir melden...Oder willst Du noch hierher kommen; ach, aber ich glaube, es ist besser wir sehen uns morgen, bin schon was schicker!“-
„ Nein, ist ok, bei mir hier ist´s auch was später geworden!“
Sie fuhr nach Hause und als sich Uta auch am nächsten Tag nicht meldete, dachte sie, daß sie nicht wirklich an ihr interessiert sei, sondern sie für´s Bett wollte. Aber eigentlich war auch das nicht zu verachten in Zeiten, wo sie nach Zärtlichkeit dürstete und bei Uta wußte sie: In der Beziehung würde sie immer auf ihr Kosten kommen.

Am nächsten Wochenende wollte sie sie unbedingt sehen. Uta war wieder im Biergarten. Kurzentschlossen machte sie sich auf den Weg. Sehr freudig wurde sie von Uta begrüßt, die ihr gleich einen Stuhl holte. Nach 3h Geselligkeit und Unterhaltung mit ihren Freunden gingen sie zu ihr. Es war eine laue Sommernacht, so daß sie noch auf der kleinen Veranda weiterprosteten und kurzentschlossen auf die Wiese gingen, wo sie sich ausgiebig küßten und dann beide sehr eilig ins Schlafzimmer verschwanden.

Fortsetzung

Am nächsten Morgen – sie war noch ziemlich benebelt – fuhr Jana ziemlich früh zu sich und während sie unter der Dusche stand, überlegte sie, warum ausgerechnet sie und Uta immer wieder sexuell zusammen fanden...
Denn: Es stand außer Frage, daß sie ansonsten wenig Berührungspunkte hatten. Uta war eine „Kunstbanausin“, hörte Heavy Metall und auch ihre sonstigen Lebensgewohnheiten sagten Jana nicht gerade zu: Unter der Woche ging Uta arbeiten, ihre Mutter betüddeln, um sich von ihr bekochen lassen und anschließend die Golden Girls im TV zu sehen, darüber müde zu werden und in ihre eigene Wohnung gleich um die Ecke zu verschwinden. Wochenends mußte erst mal Uta´s Wohnung dran glauben, Einkäufe mit deren Mutter, ausruhen und abends im Sommer der Biergarten um die Ecke, wogegen Jana auch eine Abneigung empfand, weil sie nicht gerade Biertrinkerin war, auch nicht gerne in derartigen Hetero-Bagger-Biergärten verkehrte, in welchen vorwiegend Männer als einsame Herzen das Publikum füllten und Uta sich als begehrte Frau zu fühlen schien, was sie wohl auch brauchte...

Aber ok, der Sex mit Uta war auch nicht zu verachten und so ging ihr Leben mit diesem Arrangement einher, daß ihr klar war: Nichts ist von Dauer, nur in der Unbeständigkeit liegt Konstanz.

Sie beschloß, sich zurückzuziehen, nachdem Uta ihr eines Tages eingestand, daß sie sich verliebt hatte, ihr Ex-Freund aus Hamburg sie nach einem kurzen Erotik-Besuch wieder verlassen hatte, um seine 2.Scheidung durchzubekommen und die Bewerbung nach Wien fehlgeschlagen war.
Wien! Wie gerne wäre sie einfach dorthin gezogen, weg aus diesem ganzen Chaos, daß allmählich überhand nahm, durch ihre Arbeitslosigkeit, ihr Single-Dasein, nicht vorhandener Freundin und Perspektive! Aber sie wollte sich nun doch diesen Problemen stellen. Nur, wo würde sie anfangen?...


- FIN -

(CO) Jeannette Hollmann, 2002
CAD-Fachkraft und Verkehrsplanerin in Köln A.D., Projektleitung für Energie und Verkehr bis 2008 (Feministische Partei Die Frauen), Künstlerin, Autorin, Feministin u. Administratorin, Regelbrecherin :)
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 1. Aug 2012, 23:07

Kleine Ergänzung zur Realität:

Mein Arbeitsalltag zuvor sah dann gewöhnlich so aus:

Wenn Du beispielsweise auf diese Seite:

Bauschilder

gehst, bekommst Du eine leise Vorahnung als Planern, was da auf dich zu kommt. Sowohl, wenn Du die Anzahl der Schilder, als auch deren Ausführungsweise berücksichtigst (1-Teiler, 2-Teiler, etc...), von dem Kostenplan mal abgesehen.

Wenn Du dann als Zeichnerin fungierst und ich musste beides können, dann musst du den Driss ja auch umsetzen. D.h., ich habe, weil wir noch keine bmps über die Karthografie der Radverkehrskonzepte Deutschlands und Kölns hatten, alles zu Fuss erst gezeichnet und dann in den Pezee eingespeist und selbst in bmps verwandelt.

Die Ausführungspläne zu solche einem Schild hab ich dann auch mühselig wie ein Eichhörnchen erst mal als Originale gebastelt:

Transparent=> Kopie von Schild verkleinern, mit der Rasierklinge von den ausgedruckten Selbstklebefolien abgefrimmelt und auf Transparent kleben. Dabei ist noch das Prob mit den Lichtpausen zu berücksichtigen, weil es können sich Schattierungen ablichten beim Aufkleben. Ziemliche Geduldsarbeit, die ich irgendwann an meine Studenten oder Praktikanten abgegeben habe, nachdem ich sie fein säuberlich eingearbeitet hatte.

Ich habe mich dann meist einer Präsentationsfolie gewidmet für nen Vortrag meines Chefs oder Vorgesetzten je nach dem, wer was wollte und auch dort diese verdammten Schilder aufs Genaueste berechnet mit den Abmassungen, die es ja noch nicht gab für den Pezee, hab mir ein exel-Programm autodidaktisch beigebracht, um den ganzen Driss besser ausrechnen zu können, etc..Ja, Programmieren is dabei auch noch sonne Angelegenheit für sich. Als CAD-Fachkraft war ich da im Vorteil, weil die Schilder automatisierter behandelt werden konnten.
Aber, natürlich gabs da auch wieder nur Hochbauprogramme, die bereits funktionierten. Ich hab mir meine Programme für den Tiefbau teilweise selbst programmiert. Also auch für die Schilder...

Hoige, frach besser nich noch was zur Verkehrspolitik!

Du wirst von mir immer einen recht umfangreichen Vortrag dazu um die Ohren bekommen.

=========================

Wenns dann noch unsinnige Beschilderungen sind, macht das Arbeiten übrigens doppelt soviel Spass:

Du darfst es deinem Vorgesetzten

1. erklären
2. Dich streiten, weil es zuviel Arbeit ist, vor allem überflüssige
3. wenn dein Vorgesetzter Geodät ist bzw. Geologe, kommt noch mehr Freude auf.
4. Wenns in deinem Büro nö Öffentlichkeitsarbeitsabteilung gibt, wies bei mir dummerweise wieder mal war, dann kommt spätestens von da die Chefin an und feuert dir die Pläne um die Ohren, warum denn du soviel überflüssige Schilder gemacht hast und das man das ja so dann nicht veröffentlichen könnte als Dokumentationsmappe und warum du bei der Dokumentatiosnmappe denn nicht 2cm Rand gelassen hast (mewine war Schützin, da gings noch, hat sich aber 1 Jahr vor mir in die Schweiz abgesetzt, macht wahrscheinlich ne Urschrei-Therapie)
5. Die Chefin von der Öffentlichkeitsarbeit streitet sich mit deinem Vorgesetzten
6. Du wirst hinzugeholt, da du jedoch nur Architekturstudium ohne Abschluss hast, solltest Du am besten nur was aagen, wenn du gefragt wirst, sonst bist dus nachher auch noch schuld, was du gar nicht schuld warst, weil du hattest Dich ja bereits schon im Vorfeld mit dem Geodäten mit Akademietitel darüber gestritten und eh auch alles unsinnig gefunden...

Nee, als Zeichnerin haste immer die Arschkarte, wenn sich alle um dich rum als Akademiker aufplustern, in der Umsetzung jedoch alle gern wieder auf dich zurückgreifen...und anschliessend stolz ihre Pläne auf den Tisch legen...jaja, ihre Pläne! Menno, watt die mir oft für Schmuddelsskizzen geliefert haben!!!

Am schönsten na klar isses, wenn der 4. von 4 Vorgesetzten an einem Freitagabend kurz vor Feierabend dann reinschneit in deine Zeichenabteilung und sacht: Ach, bei dem Heidelberger Busbahnhofsentwurfsplan muss noch die Beschilderung rein und die deadline ist am Montag, nicht vergessen!
Dann kommt noch der Chef rein, will nen Tee mit dir trinken und erwähnt nebenbei die Vortragsfolie für Montag, 8,00, da er ja mim Zug dahin fährt, etc...Und der Student hinten inner Ecke hat Liebeskummer! Na Klasse!
Zu guter letzt ruft dann noch deine freundin an und will mit dir Schluss machen, weil du keine Zeit hast am we, du musst ja noch was zeichnen...! Und überhaupt: Nie hast Du Zeit...Welch ein Vorteil es dann doch ist, dass du wegen Stau das Auto stehen lassen kannst und mim Rad fährst. Wenn Du unteerwegs nen Platten hast wegen irgendeiner Bierflasche: Macht nix, dafür gibts ja Fussgängerwege...Dann stehst Du vor ihrer Tür und es geht zur Sache...Schönes we!

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Berufskarrierejahre lassen einen nicht das Leben spüren, was man zum Leben braucht.
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 1. Aug 2012, 23:11

Weitere Ergänzungen dazu hier:

http://www.razyboard.com/system/morethr ... #go_178493

Viel Spass und Guts Nächtlä :mrgreen: :arrow:
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 6. Aug 2012, 00:32

Ich schätze übrigens, ich bin Zeichnerin auf Lebenszeit. :mrgreen: :arrow:
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 12. Sep 2014, 03:34

*schieb* :mrgreen:
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 8. Okt 2015, 17:15

Bin immer noch Zeichnerin...! :mrgreen:
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 19. Jan 2017, 22:56

Werde weiterzeichnen. :!: :lol: :-P :arrow:
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Re: Die Zeichnerin

Beitragvon MissDreamy » 5. Mai 2017, 20:05

Thematisch derzeit wieder sehr aktuell: Die Frage, ob Digitalisierung wirklich so hilfreich für die Menschheit ist!
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