Die Literatin der Moderne, Teil 2


Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 16:59

Ihre krebskarnke Freundin Nadja hatte sich entschieden:

Sie zog zu ihrem Vater zurück.

Wollte sie aufgeben oder einfach nur in ihrer vertrauten Umgebung sein?

Sie musste es selbst wissen. "Egal, wie Du Dich entscheidest, Nadja: Du wirst immer meine Freundin bleiben!" - hatte sie ihr gesagt.

Sie musste in dem Hospiz die Hölle durchgemacht haben...

Aber, es schien ihr immer noch besser zu gehen, würde sie in ihre Heimat zurückziehen, 100km südlich von Köln, als würde sie bei einem Freund der Literatin der Moderne im Kölner Südwesten wohnen.

Es war ein Abschied.

Die Tagesdecke mit dem Ornament eines keltischen Motivs, welche Nadja noch für sie ausgesucht hatte, starrte sie an.

Da sass sie nun mit ihrem keltischen Ursprung, überlegte, wie sie ihn verteidigen könnte.
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:00

Ihre letzte Kissenschlacht lag ca. 2 Monate zurück.

Was ihr ONS jetzt wohl machen würde?

Sonnhilde...., die ständig damit beschäftigt war, sich um ihre 6 Kinder zu kümmern...

Während sie nun schon seit ein paar Monaten eine Freundschaft mit ihrer 2-jährigen Affäre pflegte, die sich gerade irgendwo an einem See im Urlaub mit ihrer Freundin wieder versöhnt hatte und ihr dies in aller Herrgottsfrühe per handy mitteilte, war Nadja aus dem Hospiz in das Haus ihres Vaters zurückgegangen, 100km südlich von Köln. Sie bedankte sich nochmals bei der Literatin der Moderne für ihre Mühe und lud sie ein, sie zu besuchen. Natürlich war es für Nadja weitaus besser, ambulant versorgt zu werden und eine ganze Etage in dem 2-stöckigen Haus ihres Vaters auf dem Land zu haben, als in diesem lautstarken Köln, welches im Laufe der letzten Jahre immer aggressiver und schmutziger geworden war (je nachdem, wo frau lebte)...
Aber sie würden sich nicht so schnell und unkompliziert wiedersehen können. Sie fehlte ihr.

Dies war einfach nicht ihr Tag gewesen, nachdem sich die Ereignisse so überhäuft hatten, war dann auch noch der Waschraum abgesperrt!

Sie lud ihre in diesem Fall immer verständnisvolle, feste Freundin ein, die sie seit 26 Jahren hatte und bekam eine wohlverdiente Massage von ihr sowie ein Essen herbeigezaubert. Was wäre sie ohne sie!

So hatte dieser Abend dann doch noch einen netten Ausklang gefunden. 8-)
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:01

Höchste Zeit aufs Land zu fahren!

So fuhr sie kurzentschlossen zu ihrem date in ihre Heimatstadt...

Was sie da zu ihrer Riesenüberraschung erwartete, hatte sie vorher nicht geahnt. Schon war ihr klar, wenn umziehen, dann direkt raus aus Köln. Aber, dass es sie ausgerechnet wieder in ihre Heimat rief, war ihr nicht bewusst gewesen..

In Köln hatte sie oftmals Sehnsucht nach noch grösseren Städten, Ländern und Kontinenten verspürt und geglaubt, ihren Planeten noch ein wenig mehr auszuspionieren nach etwaigen veränderten Persönlichkeiten, aber das Multi-Kulti-Gehabe der Avantgarde dort hatte ihr bereits genügt irgendwann.

So verband sie die Leidenschaft zu ihrer Liebsten mit der Rückkehr zu der ihr vertrauten Umgebung. Nicht sie musste von diesem Planeten verändert werden, sondern dieser Planet konnte möglicherweise doch eher positiv gewandelt werden durch ihre Genügsamkeit. Genügsamkeit? - Nein, das war noch nicht der passende Ausdruck ihrer Überraschung über sich selbst....
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:02

Zwei Monate hatten sie sich nun kennen- und lieben gelernt...

Die Literatin der Moderne befand sich gerade im Umzugsstress, als sie nochmals zurückblickte.

Auf 26 Jahre Köln, 19 Jahre Mönchengladbach und ihre glücklichen und weniger glücklichen Momente im Leben.

Die Zeit des Umbruchs hatte sie erstaunlich stabil bleiben lassen, dennoch war davor nicht Frage nach dem: Warum? gewichen.

Klar: In den letzten Jahren Köln hatte sie nur noch negative Erfahrungen ihrer Umgebung und mit Menschen gemacht.
Auch klar, dass es so nicht weitergehen konnte...

Ihre Unsicherheit zu ihrem Entschluss, umzuziehen konnte sie nicht verbergen. Dennoch schien die Sicherheit zu dem Entschluss zu überwiegen. Das Abwägen hierbei liess sie weit in ihre Vergangenheit einblicken.

Schluss mit Rückblicken, raus mit der Bohrmaschine und dem Müll. Und sie hatten auch noch Glück mit dem Wetter, welches eher herbstlich war in diesen Junitagen...

"Du bist in meinem Herzen!" - "Wer bist Du?" - "Nadja. Möchte Dir danken für Deine grosse Freundschaft."

2 sms.. Es war soweit. Nadja wollte sich von ihr verabschieden. In einem Dortmunder Hospiz hatte sie ausgeharrt bis zum Schluss und gekämpft.

Sofort ergriff die Literatin der Moderne den Hörer und rief sie an. Ihren Bruder zunächst. Ob sie sie anrufen könne und was denn los wäre. Sie wollte es nicht fassen.
Doch, es war so. Nadja sagte ihr noch ein paar ganz rührende Worte, sie bedankte sich auch und zutiefst berührt legte sie wieder auf. Nie würde sie Nadja vergessen.
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:03

Wirklich: Es hatte mehrere Gründe gegeben, Köln zu verlassen.

Tode, enttäuschende Lieben, Medienüberflutungen, Lärmbelästigungen, Kriminalität und Gewaltätigkeiten, die täglich in der Tageszeitung dort zu lesen waren... Sie liebte die Zurückgezogenheit, die sich ihr nun bot ebenso wie ihr Liebesleben mit ihrer Süssen.

Anne war nach Berlin gezogen, Alexandra nach Indien emigriert, Monika machte Karriere im Medienbereich - immer wieder, dazu bot sich Köln geradezu an - ihre Exen konnte sie auch aus der Ferne anrufen bis auf Eine, die würde sie dann besuchen oder umgekehrt.

So war also nur noch der Papierkram zu regeln.

=====================

Stört euch einfach nicht daran, dass ich hier was über mich selbst schreibe. Ich verarbeite damit meine Probs...

Vielleicht will ja die ein oder andere auch ein Buch hier beginnen?

=====================
:idea:
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:03

Klar. Es hatte Gründe gegeben, Köln zu verlassen, es hatte allerdings auch Gründe gegeben, zu bleiben.

Die Bürokratie und Unduldsamkeit der Gesetze fällte eine Entscheidung, der sie sich vorläufig fügte.

Erst mal kennenlernen, alles in Ruhe. Wenn auch zwischen 2 Städten hin und her pendeln.

Wer weiss, vielleicht würde sich ihr Schatz auch anders entscheiden und zu ihr nach Köln ziehen...

Sie kehrte also zurück. Die Wohnung hatte sich nicht geändert, allerdings war es merklich ruhiger: Alle waren in Urlaub. Der Spielplatz vor der Tür des Hauses inmitten dem sozialen Brennpunktviertel Kölns war ruhig, kein Krach von der Nachbarin mit ihren zwei Mädels, kein Strassenlärm, jedenfalls bedeutend weniger auf der 4-spurigen Strasse mit integrierter Bahn in der Mitte, keine abgearbeiteten Gesichter oder solche, die den Blick hatten, als wollten sie jeden abmurcksen, an dem sie vorbei gingen, keine kriminellen Jugendlichen.

Es schien ausnahmsweise mal ruhig zu sein.

Was für ein erdenklicher Zufall!!!

Gerade in beiden Städten auf Wohnungssuche, ergab es sich, dass sie ein Inserat in ihrer Heimatstadt am Niederrhein von dem Architekten entdeckt hatte (ohne es zuvor zu wissen), bei dem sie ihr erstes Zeichenpraktikum für ihr Architekturstudium seinerzeit (etwa 24 Jahre zurück) gemacht hatte, bevor sie damals zunächst für das 1. Semester nach Aachen gezogen war. Damals hatte sie u.a. dort die Neugestaltung des Bahnhofs im Eingangsbereich gemacht, der auch heute noch unverändert war.
Er hatte eine schnuckelige 3-Zimmerwohnung inseriert, die für ihren Schatz und sie wie gerufen kam.

Morgen würde das Vorstellungsgespräch sein und sie wusste bereits jetzt, wie es verlaufen würde. Wahrscheinlich wäre die Wohnung eher Nebensache (obwohl sie Hauptsache war) und sie würden sich fachlich austauschen: Dass sie in Köln an der Rodenkirchener Autobahnbrücke mitgezeichnet hatte, warum sie bei STRABAG aufgehört hatte zu arbeiten, warum sie Kreisverkehre, fahrradfreundliche Städte und Gemeinden gezeichnet hatte sowie S-Bahnhaltestellen und Kreisverkehre (eben auch wegen der Energiesparmassnahmen, da es ihrer Berufsethik entsprochen hatte) und dass sie es toll fand, dass er die Wohnung mit Energiesparniveau angebot.
Sie war gespannt, was er sagen würde. Sie würden gegenseitigen Respekt voreinander haben... Natürlich war sie auch auf die Wohnung inmitten des Herzens Rheydts gespannt. Sein Vater habe dort die Isolierung der Fenster vornehmen lassen.
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:04

Sie hatte ihre Kölner Wohnung gekündigt, einen Schritt, den sie nicht sooft in ihrem Leben machen würde... Sie würde sich nicht mehr rumdrehen vorläufig. Ihre Zukunft lag nicht in dieser Stadt.

Ihre Zukunft war das Leben in einer provinziellen Stadt mit ihrem Schatz, Balsam für die geschundene Seele.

Fortsetzung folgt. :mrgreen:

Derweil gingen die Unruhen durchs Land, die sie in ihrer Exwahlstadt Köln bereits immer mehr bemerkt hatte in den letzten Jahren: Links-Rechts-Proislamisierung.

Sie sah dem Treiben geduldig zu aus der Ferne. Köln war ein Herd, der brodelte mom. Nichts für Künstlerinnen wie sie. Sie hatte zulange in diesem Spannungsfeld gelebt in den letzten Jahren.
Und:
Sie wollte Frieden zu Lebzeiten mit ihren Eltern erleben.

Hatte sie es nicht gerade noch zum rechten Zeitpunkt verlassen, dieses Köln? Wie sich manchmal alles fügte...
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:05

Wie dieses????

Nadja lebte!

Sie hielt den Hörer in der Hand und konnte es kaum fassen. Sie hatte sie seit Wochen totgeglaubt, da sie keine Nachricht mehr von ihr erhalten hatte und nun war plötzlich alles wie ein böser Traum gewesen...!

Nadja hatte überlebt! Ihre Kerzen hatten genutzt, ihre Fürbitten, all ihre Gedanken, die sie ihr geschenkt hatte, hatten gewirkt!

Ok. Sie hatte sich von einem Dortmunder Hospiz gemeldet, wo sie nun verlegt werden sollte und wieder zur Behandlung in der Uni-Klinik Köln bleiben sollte. In 14 Tagen. In ihr Haus zu ihrem Vater konnte sie anschliessend nicht zurück, da es jwd (=jans weit draussen) lag und sie der Hilfe bedarfte.

Die Literatin der Moderne bot ihr an, zunächst bei ihr in Mönchengladbach wohnen zu können. Ihr Schatz war einverstanden. Nun lag es an Nadja, sich zu entscheiden. In jedem Fall würde sie ihr, die eine Lebertransplatation überlebt hatte, sämtliche Chemotherapien und einfach wieder stabil geworden war, helfen. Ein Wunder, welches selbst die Uni-Klinik, die sie ins Hospiz geschickt hatte, nicht zu glauben schien. Hauptsache, sie würden Nadja in Ruhe lassen! Dahingehend hatte sie auch noch Einfluss. Ihre beste Freundin Margit wohnte dort in der Nähe und sie gab Nadja deren Nummer für alle Fälle.
Nadja erzählte ihr noch viel über den Stress, den sie mit ihrem in Dortmund lebenden Bruder gehabt hatte und war hörbar erleichtert, dass sie nun wieder direkte Verbindung per Telefon hatten.

Die Familienfeier war vorübergezogen. Alle hatten sich nach langer Zeit noch mal begutachtet und begutachten lassen mit der ein oder anderen zusätzlichen Bemerkung, die so etwas wie eine Meinung zu sein schien.

Sie legte die letzten Zeilen von Orpheus und Eurydike beiseite, knippste die Nachtlampe aus und legte sich auf die Couch. Unruhe war eingekehrt, da noch viele Begräbnisse bevorstanden. Irgendwann danach dann ihr Eigenes.

Lebten die Menschen 100 Jahre und hatten Tränen für 1000, so würden sie sie immer in genau dieser Anzahl weinen. Mit Tränen in den Augen überleben wäre also auch nicht möglich.

Die Lebendigkeit ihrer neuen Familie liess sie schmunzeln, auch wenn es ein langer Weg sein würde bis dahin. Bis sie sich alle gefunden hatten: Die ein oder andere Wunde ihres Narbenherzes wäre ihr der Fussmarsch wert, auf den es nun ankommen würde. Bewegtheit in ihrem Tun, Bewegtheit in ihren Gedanken, Verantwortung, all dies liess sie nun sehr wachsam werden.

Gute Nacht ers ma wieder... :roll:
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:06

In dieser Woche stand ein Besuch in ihrer Kölner Wohnung an, die noch nicht renoviert war.
Ebenso müsst sie daher Einiges mit ihrem Rechtsanwalt besprechen. Es gab ein neues Renovierungsgesetz bzw. eine Rechtssprechung. Zunächst würde sie darüber Erkundigungen einholen müssen. In den Medien hatte sie zwar viel dazu gelesen, aber all dies schien ihr nicht verbindlich genug und eher waage.

Köln war sehr weit weg für sie und je weniger sie damit zu tun gehabt hatte, desto fremder wurde es ihr. Wie hatte sie nur 26 Jahre dort sein können, besonders in den letzten Jahren war es kein Leben mehr gewesen, mehr ein Dahin-Vegetieren oder Warten auf bessere Zeiten.

Gestern erst hatte sie mit ihrer Schwester nochmals über die angenehmen Veränderungen, die der Umzug mit sich gebracht hatte, geredet. Auch ihr hatte ihr neues zu Hause sichtlich gefallen und sie konnte nun allmählich verstehen, was die Literatin der Moderne nun ausgerechnet in ihre Heimatstadt zurück bewegt hatte.

Nachdem sie nun den halben Tag telefonisch mit ihren beiden Schwester, Mutter und Vater verbracht hatte und grosse Aufregung geherrscht hatte, war sie schon eher zum Ablenken darüber zum Rechtsnawalt gefahren, um sich die Erkundigungen einzuholen, die sie nicht hören wollte:

Sie musst doch renovieren!

Erst am Abend war sie zur Ruhe gekommen, erzählte einer Freundin viel von dem Theater der letzten 4 Jahre, welches sie in Köln erlebt hatte, u.a., dass sie die Bestandpläne des Uni-Klinikbereichs archiviert hatte, die Innenstadt für Radfahrer in Gegenrichtung dort aufgeklappt, im Villenbau und Brückenbau gearbeitet hatte, sämtliche Kreisverkehre zur Verkehrsberuhigung und Kosteneinsparung rund um Köln gezeichnet hatte... Wenn der Dank dieser Arbeit dann war, zum Schluss in einer der runtergekommensten Gegenden Kölns mit agressiven Ausländeranteil und dem ständigen Fluglärm der Einflugschmeise des Köln Bonner Flughafens zu wohnen, so war es eben einfach nur richtig, dass sie sich einen neuen Weg gesucht hatte. Imgrunde hatten sies nicht verdient, dass sie ihnen dann auch noch die Wohnung renovieren sollte!

Sie würde also erst mal abwarten und kommen lassen, wo nichts ist, kann man auch nichts holen, war ihre Devise und sie hatte den RAW geduldig zu Ende reden lassen. Wie schliesslich sollte sie ohne Geld renovieren?
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Re: Die Literatin der Moderne, Teil 2

Beitragvon MissDreamy » 13. Okt 2011, 17:06

3x kräftig geschluckt!

Nun würde sie also am Monatsvorletzten renovieren, um dann die Schlüssel abzugeben... Auch ok. Sie hatte ja - Göttin sei dank - drei Frauen, die ihr helfen würden. Ihr Schatz, ihre beste Freundin in Köln und eine neue Bekannte aus ihrer Heimat. Möglicherweise würde sie noch am selben Tag mit ihrem Schatz zu ihrem langjährigen schwulen Freund fahren..., bevor sie wieder gen Heimat abreisten.

Ein paar letzte Blicke würde sie befremdlich nochmals aus dem Fenster dort werfen und in die Wohnung selbst, es würde eine seltsames Gefühl des vertraut-Unvertrautem in ihren Gedanken kreisen, welche sie mit small-talks vertagen würde auf den November... Vielleicht würde sie auch irgendwelche mentalen Reiki-Rituale machen, um die letzten Jahre in Köln zu vergessen.
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